Darm – so bleibt er gesund

Im Darm herrscht ein sensibles Milieu. Seine Gesundheit ist für fast alle körperlichen Bereiche, aber auch die Psyche wichtig. Du kannst die Darmgesundheit deines Hundes oder deiner Katze aber selbst beeinflussen. So wie bei uns Menschen, ist die Fütterung eine der wichtigsten Einflussfaktoren.

Bei schon bestehenden Problemen macht eine Darmsanierung absolut Sinn. Diese sollte aber erst nach einer genauen Analyse des Kots mit den individuell richtigen Präparaten durchgeführt werden.

Prophylaktisch können neben der Fütterung auch effektive Mikroorganismen helfen.
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Eines der besten Bücher, die ich zum Thema (menschliche) Ernährung gerade gelesen habe ist der Ernährungskompass.
Er liest sich extrem spannend und gibt viele Infos, die so zum Großteil auch für unsere Tiere passen.

Hier kannst du diese Thema in meinem Podcast hören:

 

Darm – so ist er aufgebaut

Die Darmschleimhaut besteht aus einem einschichtigen Epithel. Das bedeutet, dass eine einzige Zellschichte die Nahrung vom Körperinneren trennt. Auf der Haut hingegen haben wir viele Zellschichten, die uns vor dem Eindringen von Bakterien und anderen Fremdorganismen oder Fremdstoffen trennt. Dementsprechend gut muss im Darm auch das Immunsystem funktionieren um uns vor Krankheiten und Infektionen schützen zu können.

Das einschichtige Epithel ist aber andererseits nötig, damit die Nahrung auch gut aufgenommen, also resorbiert werden kann.   Zwischen den einzelnen Zellen sorgt ein Protein – das  Zonulin – für eine feste undurchlässige Verbindung. Beim gesunden Darm werden also Stoffe aus der Nahrung durch die Zellen hindurch geschleust, um dann ins Blut zu gelangen.

Bei lang anhaltenden Darmproblemen (IBD, Colitis, Darmentzündungen) können sich diese  Verbindungen lösen. Das Zonulin ist dann im Kot nachweisbar und ein Beweis für das so genannte Leaky gut-Syndrom (löchriger Darm). In der Folge gelangen größere Futterpartikel ins Blut und sorgen so für Futtermittelallergien und viele andere Beschwerden.

In der Submucosa  (das Bindegewebe unter dem Epithel) befinden sich Muskulatur, Lymphgefäße, Blutgefäße und Zellen des Immunsystems.

Funktion des Darms

1.       Nahrungsaufbereitung

Im Magen wird die Nahrung mithilfe des Magensaftes (ph 1-2, also sehr sauer) verdaut. Die starke Säure bewirkt auch, dass Bakterien aus der Nahrung bei einem gesunden Magen abgetötet werden. Aus diesem Grund ist rohe Fütterung für Fleischfresser eigentlich auch kein Problem. Wenn der Magen aber erkrankt ist, oder Magensäure hemmende Medikamente verabreicht werden, sollte keine rohe Nahrung gegeben werden.

2.       Aufschluss des Nahrungsbreies

Im Darm wird der Speisebrei mithilfe der Gallenflüssigkeit und des Pankreassaftes (Bauchspeicheldrüse) weiter verdaut. Hier ändert sich der pH-Wert von 1-2 auf ca. pH9, also extrem basisch – eine beeindruckende Leistung der Bauchspeicheldrüse!

Es werden Fette emulgiert und Stärke und Eiweiß gespalten,  damit  die Nährstoffe in den folgenden Darmabschnitten resorbiert werden können

3.       Nahrungsresorption

In verschiedenen Abschnitten des Darms werden unterschiedliche Stoffe resorbiert (z.B. Vitamin B12 und Gallensäuren im letzten Teil des Dünndarms, Wasser im Dickdarm).

Ein Vitamin B12-Mangel im Blut oder eine zu hohe Ausscheidung an Gallensäuren mit dem Kot können also Hinweise auf eine schlechte Resorption (meist durch Entzündung bedingt) im Dünndarm schließen lassen.

Flüssige Durchfälle oder Schleim im Kot sind Hinweis  auf ein Problem im Dickdarm.

Das Mikrobiom

Das Mikrobiom, also die guten Darmbakterien, schützt einerseits vor Infektionen mit Fremdkeimen, weil es unter anderem auch an der Produktion einer dicken Schleimschicht auf der Darmschleimhaut mit beteiligt ist. Diese Schleimschicht schützt die Schleimhaut vor dem direkten Kontakt mit Fremdkeimen.

Die Bakterien im Darm produzieren aber auch kurzkettigen Fettsäuren (Buttersäure, Propionsäure etc.), die einerseits eine wichtige Energiequelle für die Schleimhautzellen selbst sind, andererseits auch bis zu 30% der Energie für den ganzen Organismus liefern können. Kein Wunder also, wenn durch ein gestörtes Mikrobiom Darmentzündungen und auch Abmagerung entstehen können.

Die Fettsäuren können aber auch Entzündungen im Körper mindern (Autoimmunerkrankungen, Rheuma, Schuppenflechte, Allergien) und verbessern die Darmmotorik.
Ebenso verbessern sich Cholesterinwerte, der Blutdruck und sogar Diabetiker profitieren enorm von Ballaststoffreicher Nahrung.

Die Darmbakterien selbst leben zum Großteil von Ballaststoffen, die mit der Nahrung aufgenommen werden müssen.
Sowohl in der Menschlichen Nahrung (Um 1800 waren noch 100g Ballaststoffe je kg Brot enthalten, heute sind es im Durchschnitt unter 20g) also auch im Futter unserer Fleischfresser, ist zu wenig Rohfaser enthalten, um den Bakterien ein gutes Milieu zu bieten.

Wie schon oben erwähnt, sind die Bakterien auch an der Bildung der 5mm dicken Schleimschicht an der Darmschleimhaut beteiligt (gemeinsam mit den Becherzellen des Darms). Vom Menschen ist bekannt, dass die Dicke dieser Schleimschicht mit dem Alter immer mehr abnimmt, bestimmt ist das auch bei unseren Tieren so sein.

Häufig hört man, dass Fleischfresser die Rohfaser ja gar nicht verdauen können. Das stimmt zum Teil auch, aber wir füttern eben nicht nur unsere Vierbeiner, sondern auch deren Mikrobiom.

Zusammenhänge Darm – Gesundheit

1. Darmgesundheit selbst

Die Darmgesundheit selbst ist von einem guten Mikrobiom abhängig. Colitis, IBD, ständige Durchfälle, Erbrechen, Verstopfungen u.v.m sind häufig durch eine gut durchgeführte Darmsanierung heilbar.

Darmentzündungen durch Fremdkeime entstehen meist auf einem Boden eines schlechten Mikrobioms. So haben pathogene Keime kaum Konkurrenz im Darm.

2. Mangelerscheinungen, Allergien und Autoimmunerkrankungen

Die schlechte Resorption von Nährstoffen sind meist eine Folge der oben genannten Entzündungen. Dadurch kommt es zu Mangelerscheinungen an Nährstoffen wie Vitaminen, Fettsäuren, Mineral- und Spurenelementen.

Eine Folge davon sind dann Energiemangel, schlechte Immunabwehr und eine mangelnde Entgiftungskapazität des Organismus. Über ein Leaky Gut-Syndrom werden auch Allergien und Autoimmunerkrankungen getriggert werden.

3. Darm-Hirn-Achse

Zu guter letzt sind aber auch Gehirn und Psyche mit betroffen.

In einer Studien wurde keimfrei aufgezogenen Mäusen der Stuhl von Reizdarmpatienten gefüttert. Die Mäuse entwickelten daraufhin Angststörungen.
Hintergrund ist, dass die von Darmbakterien produzierte Buttersäure die Verbindung der Zellen der Blut-Hirn-Schranke festigen. Fehlen die entsprechenden Buttersäure-produzierenden Bakterien, wird die Blut-Hirn-Schranke durchlässiger für schädliche Stoffe

Zusammenfassung

Wenn wir die Ernährung verbessern und schädliche Stoffe vermeiden, ist die allgemeine Gesundheit unserer Tiere und sicher auch unsere eigene deutlich besser.

Mehr gute Ballaststoffe aus Gemüse  und Kräutern hilft bei der Regeneration des Mikrobioms sowohl bei geBARFten, als auch mit Fertigfutter gefütterten Hunden und Katzen.

Die Vermeidung ungünstige Stoffe (Stabilisatoren, Konservierungsstoffe etc.) kommt dem Mikrobiom sehr zugute.

Über den Zusammenhang Darm und Allergien kannst du in diesem Beitrag nachlesen.

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