Gelenksprobleme bei Hund & Katze

Es wird schön langsam kälter und wie jedes Jahr melden sich bereits die ersten Arthrose-Patienten.
Gelenksprobleme gibt es nicht nur beim Hund, sondern erstaunlich oft auch bei Katzen.

Zum Glück gibt es viele Dinge, die man als Tierbesitzer tun kann, bevor irgendwann vielleicht Medikamente nötig werden.
Entzündungshemmende Medikamente haben so, wie alle andere Medikamente auch, eben ihre Nebenwirkungen.
Besonders betroffen sind hier meist Magen und Nieren, die bei einer Schmerz-Dauertherapie nicht unerheblich leiden.

Hör dir meinen Podcast zu diesem Thema an:

Ursachen für Gelenksschmerzen

Arthrose – Abnützungserscheinungen

In der Regel sind hier eher ältere Tiere betroffen, bei denen die Gelenke aufgrund des Alters  schon einiges mitgemacht habe.
Der Knorpel wird zusehends dünner, da die Zellregeneration mit dem Alter weniger effizient wird, und damit ist die Pufferwirkung gegen Stöße immer weniger effektiv.
Aber auch bei jüngeren Tieren können Arthrosen ein Problem sein. Hier liegt meist eine erbliche Deformation der Gelenksflächen zugrunde, so wie das bei der HD (Hyftgelenksdysplasie) oder der ED (Ellbogengelenksdysplasie) der Fall ist. Natürlich gibt es aber noch viele weitere genetische Veranlagungen wie zusätzliche Wirbel, Keilwirbel, Spondylosen (knöcherne Zubildungen an den Wirbelkörpern) und viele andere.

Verspannungen

Genauso wie beim Menschen, können auch Tiere durch einseitige Bewegung, Überlastung oder auch zu wenig Bewegung (v.a. bei Katzen) mit der Zeit immer „versulzteres“ Bindegewebe bekommen. Die Muskeln werden nicht entsprechend gedehnt, aufgewärmt vor Belastung etc. Dies führt zu einer verstärken Anspannung der Muskulatur, die die Gelenke zu deren Schutz möglichst stabilisieren möchte. Der langfristige Effekt ist aber ein zu hoher Druck auf die Gelenksflächen und damit zunehmende Schmerzhaftigkeit. Dehnen, Physiotherapie und entsprechendes Aufwärmen vor starken Belastung ist bei Tieren leider unüblich, würde aber Mikroverletzungen vorbeugen helfen.

Entzündungen

Entzündungen können aus Arthrose und Verspannungen entstehen, aber auch Ursachen im Stoffwechsel haben. Beim Menschen sind Zusammenhänge zwischen Ernährung und Rheuma bekannt. Aus zu viel Fleisch- und Zuckerkonsum entsteht eine saure Stoffwechsellage. Abfallprodukte, die im Stoffwechsel entstehen können nicht mehr in ausreichendem Maße ausgeschieden werden und lagern sich im Bindegewebe ab. Durch diese Ablagerungen können Nährstoffe und Sauerstoff nicht mehr in ausreichendem Maße bis zu den einzelnen Zellen transportiert werden. Damit funktionieren auch Stoffwechselleistungen in der Zelle nicht mehr optimal. Z.B. leidet die Energiegewinnung in den Mitochondrien, den „Kraftwerken“ der Zelle. Abfallprodukte aus dem Stoffwechsel können auch nicht mehr optimal abtransportiert werden und führen so zu Entzündungen.

Mangelnde Bewegung

Der Gelenksknorpel hat keine Blutgefäße. Das bedeutet, dass alle Nährstoffe durch Diffusion aus dem Gelenksspalt in den Gelenksknorpel gelangen müssen. Das geschieht durch Zusammendrücken und Entspannung des Knorpels bei Bewegung. Bei jedem Schritt wird so nährstoffreiche Flüssigkeit in den Knorpel gedrückt. Wer sich nicht bewegt, schadet damit der Ernährung seiner Gelenksknorpel, die daraufhin Belastungen noch weniger ertragen können.

 

Was tun bei Gelenksschmerzen?

Manuelle Therapie

Manuelle Therapien wie Chriopraxis, Physiotherapie, aber auch Cranio-Sakral-Therapie können in vielen Fällen gut helfen.

Phyto-Therapie

Es gibt aber auch vielen pflanzliche Produkte, die Entzündungen und Schmerzen lindern können.
Weihrauch oder Weidenrinde z.B. wirken stark entzündungslindernd. Gelbwurz hat sich ebenfalls sehr bewährt. Ebenso wichtig sind gute ungesättigte Omega-3-Fettsäuren, die die Entzündungstendenz des gesamten Organismus senken. Diese findet man in Leinöl, Fischöl, Hanföl, Rapsöl und einigen anderen guten Ölen.
Eine Auswahl dieser Präparate finden Sie in meinem Shop. Sie finden dort auch jeweils eine genauere Beschreibung der Inhaltstoffe.
Ich selbst starte meist mit Coxan Dog ak oder Coxan Cat.
Neu gibt es das Dasuquin für die Katze. Es enthält natürlich schmerzstillende Substanzen aus Avocado und Soja – beim Hund ist dieses Präparat schon lange in Verwendung und zeigt gute Erfolge.
Aber auch von cdVet gibt es das gute und natürliche Präparat ArthroGreen.

Schmerzhemmende Medikamente

Schmerzstillende Medikamente sollten immer die letzte Option sein, wenn sonst nichts mehr hilft, denn es handelt sich um eine Therapie mit vielen Nebenwirkungen. Selbstverständlich wollen wir nicht, dass unsere Tiere Schmerzen haben, aber wir riskieren ein frühzeitiges Problem mit Leber, Niere oder Magen, wenn wir Schmerzmittel kritiklos einsetzen. Solange es also auch mit Produkten aus der Naturheilkunde klappt, sollten Sie diese Präparate bevorzugen.
Homöopathische Arzneien können, wenn sie passend zum Tier gewählt werden, ebenfalls erstaunliche Erleichterung bringen. Für diese Methode ist aber eine genaue Anamnese nötig.
Wärmebehandlung tut manchen Tieren sehr gut. Meist denen, die auch eine deutliche Verschlechterung bei kalt-feuchtem Wetter haben.

Weitere Möglichkeiten

Magnetfeld kann in vielen Fällen sehr gut helfen.
Laser-Akupunktur wirkt wie Akupunktur, aber ohne Nadeln und ist daher auch bei Katzen gut anwendbar.
Die Ozon-Sauerstoff-Therapie hat so manchen alten Hund wieder herumspringen lassen…

Es gibt also doch so Einiges abseits von Tabletten…

…übrigens: Hier noch ein Video zum Thema Brustgeschirr. Wenn man sieht, wie sich das Gangbild mit einem Brustgeschirr ändert, kann man sich gut vorstellen, dass Schulterprobleme vorprogrammiert sind.

Bildquelle: Pixabay

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