Homöopathische Unterstützung deines Tieres bei Gelenkproblemen

Als Hunde- oder Katzenbesitzer beobachtest du nicht selten, dass etwas mit dem Gelenkapparat deines Tieres nicht stimmt. Plötzlich humpelt der Hund mit einem Vorderlauf durch die Wohnung oder die Katze, die an Arthrose erkrankt ist, zieht sich, offensichtlich unter Schmerzen leidend, grantig in die hinterste Ecke zurück.

In diesem Zusammenhang wird dich die Frage beschäftigen, ob und wie du dein Haustier unterstützen kannst und ob die Gabe eines homöopathischen Arzneimittels eine wichtige Hilfe sein kann.

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Diagnose ist wichtig

Gerade weil Gelenkprobleme häufig chronischer Natur sind, lohnt der ganzheitliche Blick auf das Tier. Es hat sich gezeigt, dass in vielen Fällen die Röntgenergebnisse nicht mit den gezeigten Symptomen übereinstimmen. So kann es sein, dass man als Tierbesitzer kaum Beschwerden beobachtet, dass das Röntgenbild jedoch schwer deformierte Gelenke abbildet. Andersherum können kleinste Veränderungen in den Gelenken, starke Schmerzen auslösen.

Die Ursachen hierfür sind noch nicht bis ins Letzte erforscht. Trotzdem ist es im ersten Schritt erforderlich, sich um die richtige Diagnose zu bemühen. Auch der Homöopath muss wissen, ob es sich um eine eher oberflächliche Verletzung, eine Muskelzerrung oder eine ausgeprägte Gelenkserkrankung handelt.

Deswegen gilt auch in der Homöopathie, dass sich die Medikamentengabe nach der Diagnose richtet. Allerdings nicht nur.

 

Homöopathie geeignet zur Selbstbehandlung?

An dieser Stelle ist Vorsicht geboten: Im Gegensatz zu Nahrungsergänzungsmitteln eignet sich die Gabe homöopathischer Medikamente nur bedingt zur Selbstbehandlung. Gestaltet sich das Diagnosebild doch sehr komplex. Die Arzneimittelbilder vieler Medikamente sind sich darüber hinaus sehr ähnlich und es ist für den Laien äußerst schwierig, darüber zu entscheiden, welches Medikament das richtige ist und eingesetzt werden sollte.

Neben der Diagnose spielen nämlich weitere Faktoren eine bedeutende Rolle, die mit einem Fachmann gemeinsam entschieden werden sollten. Zum Beispiel die Frage, ob der Fall chronisch oder akut zu bewerten ist. Je nachdem muss anders verfahren werden. Eine kleinere, akute Verletzung, bei der man u. U. sogar die Ursache kennt, lässt sich relativ leicht behandeln. Ist die Beschwerdesymptomatik umfassender oder länger anhaltend, muss auch hier der Tierarzt zu Rate gezogen werden. Im Rahmen der Erstbehandlung kann jedoch ein homöopathisches Mittel hilfreich zum Einsatz kommen.

Etwas differenzierter müssen chronische Fälle bewertet werden. Als Laie fällt es dir schwer zu entscheiden, ob es sich bei deinem Tier um eine Form der Arthrose, einer Spondylose an der Wirbelsäule oder eine Sehnenverhärtung handelt. Selbst wenn du das einschätzen könntest, müsstest du unter Einbeziehung weiterer Konstitutionsmittel einen ganzheitlichen Blick auf das Problem zugrunde legen.

Folgende Fragen sind hierbei relevant:

  • Welche Vorerkrankungen hat das Tier?
  • Beeinflusst die Wetterlage / Jahreszeit die Symptome?
  • Sind die Beschwerden am Anfang der Bewegung besser?
  • Spielt die Fütterung eine Rolle?
  • Welcher Typ ist das Tier (ruhig oder eher nervös)?
  • Sitzt der Schmerz wirklich an der Stelle, wo er sich zeigt oder liegt die Ursache ganz woanders?

Du siehst schon, wie komplex sich das Vorgehen erweist und dass du jemanden an deiner Seite benötigst, der eine umfassende Erfahrung aufzuweisen hat, damit das richtige Medikament, fachmännisch dosiert, zum Einsatz kommt. In diesem Zusammenhang muss weiterhin die Frage der Potenz des Mittels entschieden werden. In der Regel gilt, dass bei einem akuten Problem eine eher höhere Potenz zum Einsatz kommt, während bei einem chronischen Problem eine niedrigere Potenz gegeben wird, die länger verabreicht werden kann, im optimalen Fall gemeinsam mit einer konstitutionellen Therapie.

 

Welche homöopathischen Arzneimittel bieten sich an?

Zu den üblichen einsetzbaren homöopathischen Medikamenten bei Gelenkproblemen stellen wir dir die folgenden stichwortartig vor:

Arnika: größtes Verletzungsmittel, geeignet nach einem stumpfen Trauma, z. B. nach einem Treppensturz. Es entwickelt sich ein Bluterguss. Gleichzeitig blickt man auf die Psyche des Tieres, das sich meist wie in einem leichten Schock zurückzieht.

Apis: Anwendbar bei Symptomen, die wie nach einem Bienenstich auftreten: rot, brennend, geschwollen, schmerzhaft, wird besser durch Kälte, z. B. eine akute Arthritis, muss stets vom Tierarzt abgeklärt werden

Bryonia: Zustand bei Gelenkproblemen verschlechtert sich, Tier zieht sich zurück und meidet Bewegung, reagiert unwillig. Das Tier trinkt übermäßig viel und präferiert beim Liegen die schmerzhafte Seite.

Ruta: gut anwendbar bei einer Verletzung im Übergang vom Knochen zu Sehnen und den Anfängen der Bänder.

Rhus toxicodendron: geeignet bei allen Arthrosepatienten, Ziel liegt hier nicht in der vollständigen Heilung, eher soll die Schmerzlinderung erreicht werden, gerade an feuchten und kalten Tagen. Symptomatik verbessert nach dem noch steifen Aufstehen mit zunehmender Bewegung.

Belladonna: Gelenkserkrankung setzt wie bei einem Fieberanfall plötzlich ein. Die Stelle wird heiß und ist für das Tier sehr schmerzhaft.

In jedem Fall gilt, die letztendliche Ursache gemeinsam mit einem Fachmann abzuklären. Eine hilfreiche Verfahrensweise ist eine gut ausgestattete Hausapotheke. Bei Bedarf und in telefonischer Rücksprache mit dem Tierarzt lässt sich das richtige Arzneimittel anwenden, sodass das Tier bei Schmerzen Unterstützung erhält und die Symptome gelindert werden können, ohne einen größeren Schaden anzurichten.

 

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