Sinnvolle Kot-Untersuchungen bei Hund und Katze

Eine sinnvolle Kot-Untersuchung bei Hund und Katze ist essentiell um erfolgreich chronische Beschwerden zu heilen.
Die meisten meiner Patienten haben schon eine Odyssee an Untersuchungen hinter sich, wenn sie zu mir kommen. Darunter häufig auch endoskopische Untersuchungen mit Probenentnahme aus dem Magen-Darm-Trakt für eine histologische Untersuchung.

Überraschender Weise haben viele aber noch nie Kot für eine Untersuchung abgegeben und wenn doch, dann wurde nur auf Parasiten untersucht. Warum eigentlich?

Hier kannst du die Podcast-Folge zu diesem Thema hören:

Warum werden Kot-Untersuchungen gemacht?

Es gibt viele Gründe, warum man Kotproben untersuchen kann. Fast alle haben mit Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes zu tun.

 

Diese Kot-Untersuchungen gibt es

  1. Identifizierung von Parasiten
    Nicht jeder Tierbesitzer möchte routinemäßig entwurmen. In einer Kotprobe (über 3 Tage gesammelt) könnten Eier von Würmern unter dem Mikroskop identifiziert werden. Sind keine Eier zu finden, muss auch nicht entwurmt werden. Es handelt sich aber um keine 100%ig sicher Methode, da Würmer auch nicht täglich Eier ausscheiden.
  2. Diagnostik von Durchfall-Erkrankungen
    Hier gibt es viele unterschiedliche Untersuchungen, je nach dem, welche Erkrankung vom Tierarzt vermutet wird. Alle tatsächlich möglichen Untersuchungen zu machen wäre aus finanziellen Gründen nicht möglich. Es muss also bereits eine Eingrenzung der Wahrscheinlichkeit durch den Tierarzt erfolgen.

    1. Giardien und/oder Kryptosporidien und andere Einzeller
    2. Bakteriologische Untersuchung mit oder ohne Antibiogramm (Empfindlichkeitstest für Antibiotikum)
    3. Virale Untersuchung (z.B. Corona-, Parvo-, Staupevirus)
    4. Nahrungs-Ausnutzung
      Unverdaute Fett, Stärke, Protein kann nachgewiesen werden.
    5. Fäkale Elastase beim Hund
      Diese Untersuchung kann erste Hinweise auf eine ungenügende Enzymproduktion der Bauchspeicheldrüse liefern (Pankreas-Insuffizienz)
  3. Diagnostik von Magen-Beschwerden
    Helicobacter-Infektionen können mit einiger Sicherheit auch über eine Kot-Untersuchung identifiziert werden.

Von dem meisten Labors werden sogenannte Profile angeboten, das sind sinnvoll zusammengestellte Sets von verschiedenen Untersuchungen um bestimmte Erkrankungen zu diagnostizieren oder auszuschließen.

Diese Tests werden häufig gemacht

Die häufigsten Tests sind parasitologische Untersuchungen zur Identifizierung eines Wurmbefalls und Untersuchungen auf Giardien (Einzeller).
Seltener bakteriologische und virale Untersuchungen.

Diese Tests finde ich sinnvoll

Bei meinen vielen chronischen Magen-Darm-Patienten bin ich immer wieder erstaunt, wie viele Untersuchungen inkl. Ultraschall und Biopsie häufig schon durchgeführt wurden, aber eine Kotprobe hat noch keiner zur Untersuchung eingeschickt.

Das hat zwei Gründe:

  1. Z.B. Helicobacter-Infektionen (Bakterien im Magen) sind so häufig, dass Kollegen oft gar nicht mehr darauf untersuchen.
    Sollte ein Tier aber chronische Magenbeschwerden haben, halte ich diese Untersuchung dennoch für sehr sinnvoll. Denn die Therapie muss diesen Umstand mit Berücksichtigen. V.a. dann, wenn sie nicht mit Antibiotika erfolgen soll, sondern ganzheitlich.
  2. Umfangreiche übliche Kot-Untersuchungen auf Bakterien sind oft negativ trotz schwerer Durchfälle. Der Tierarzt geht dann davon aus, dass mit den Bakterien alles in Ordnung wäre. Leider werden bei diesen Untersuchungen immer pathogene – also krankmachende – Bakterien gesucht. Wenn hier nichts ungewöhnliches zu finden ist, heißt das aber noch nicht, dass nicht das Fehlen der erwünschten Bakterien  das eigentliche Problem sind.
    Meist ist es so. Die „normale“ Bakterienflora wird bei den herkömmlichen Untersuchungen nicht mitgetestet und das eigentliche Problem bleibt somit unerkannt.

Daher ist eine gute Kotflora-Analye mit oder ohne Helicobacter-Test (je nach Symptomatik) fast immer der erste Schritt zum Erfolg.

Hör dir auch die Folge „Darmgesundheit bei Hund & Katze“ an.

Mach dir gerne einen Termin aus, wenn du einmal eine Kotflora-Analyse machen möchtest:

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